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Technische Aspekte der Nachhaltigkeit in Multi-Media-Lernsystemen

Workshop, 22. und 23. April 2004, Bremen

Inhalt

Die Nachhaltigkeit der Inhalte in Multi-Media-Lehr/Lernsystemen ist nicht nur ein organisatorisches sondern vor allem auch ein technisches Problem, das nur selten zufrieden stellend gelöst ist. Sind Lehrmaterialien wiederverwendbar, erweiterbar, überhaupt verträglich mit meinem System? Was passiert, wenn die ursprünglichen Autoren Änderungen vornehmen: werde ich informiert? Was muss ich ändern? Kann ich beruhigt auf andere Lehrmaterialien verweisen?

In den Projekten des Programms Neue Medien in der Bildung des bmb+f sind unabhängig voneinander vielfältige Ergebnisse entstanden, die oft nicht aufeinander bezogen sind und keine Wiederverwendung in einem anderen Kontext erlauben; dies bezieht sich vor allem auf die Lehrmaterialien und ihre Darstellung, aber auch auf die Systeme und ihre Komponenten. Jedes dieser Projekte ist wohl an einer weiteren Verwendung der Ergebnisse interessiert, für das konkrete Fachgebiet, für das Fach, oft auch darüber hinaus. Im übrigen stellt sich die Wartung der Inhalte als sehr kostenintensiv heraus, besonders wenn Änderungen eines Dokuments von Änderungen in anderen abhängig sind.

Kurz- und mittelfristig ist einerseits für die Übertragbarkeit und Wiederverwendung von Ergebnissen eine Vereinheitlichung von Austauschformaten für die Lehrmaterialien notwendig, sei es durch Einigung auf existierende Standards (im internationalen Kontext), deren Einschränkung oder Erweiterung, oder Entwicklung eigener de facto Standards.

Darüber hinaus ist aber Änderungsmanagement für Lehrmaterialien ein langfristiges Forschungsthema, das, neben Grob- und Feinstrukturierung von Dokumenten, die Verwaltung von Varianten sowie Versionierung und Konfigurationsmanagement umfasst. Die Vernetzung durch semantische Relationen eröffnet neue Wege zur Überprüfung von Konsistenz und Vollständigkeit und erlaubt eine neuartige semantische Behandlung der Verschmelzung (Merging) von geänderten Dokumenten. Diese Themen haben sich in dem „Gastgeber“-Projekt MMiSS als besonders wesentlich für die Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit herausgestellt.

Der geplante Workshop wird sich mit einigen technischen Aspekten der genannten Themen beschäftigen (siehe auch ausführliche Gliederung auf der Rückseite); die organisatorischen oder rechtlichen Probleme stehen hier nicht im Vordergrund. Der Workshop soll den Stand der Technik festhalten, einen Blick auf künftige Entwicklungen werfen und Möglichkeiten zum Abgleich unter den NMB-Projekten ausloten.

 

Geplante Themen

1 Multi-Mediale Lehrinhalte

1.1 Struktur im Großen

  • Dokument-Pakete (Moduln) und deren Relationen untereinander
  • Hierarchische Organisation von Paketen
  • Import von (Information in) Paketen

1.2 Dokumentstrukturen (Fein-Struktur)

  • Standardisierung logischer Dokumentstrukturen (Vor- und Nachteile)
  • Vergleich der in den NMB-Projekten entstandenen Dokumentstrukturen
  • Struktur-Einheiten (Abschnitte, Definitionen, Annotationen, Aufgaben, ...)
  • Filme, animierte Experimente, Interaktion mit Werkzeugen
  • Standardisierung formatierter Inhalte (Learning Objects, SCORM etc.)
  • Austauschformate (HTML, XML, OMDoc, DocBook etc.)
  • Autoren-, Präsentationsformate (LATEX, Word, PDF, ...)

1.3 Meta-Daten (Attribute)

  • „Tafel“,Folien, Skript zum Selbststudium
  • Varianten (versch. Sprachen, Formalismen, Detaillierungsgrade, Formate, ...)
  • Lernkontext, didaktische und pädagogische Kennzeichnung
  • Präsentation (z.B. Layout, Animation, Reihenfolge)

1.4 Semantische Vernetzung

  • Deklaration einer Ontologie, Verweise (auch in andere Dokumente)
  • Kapselung von opaken Dokumenten (Bilder, Filme, Fremddokumente)

2 Änderungsmanagement

2.1 Datenhaltung im Repository

  • Hierarchie von Servern, Verteiltheit
  • Sichten, Strukturauswahl, Variantenauswahl

2.2 Änderungsmanagement im Repository

  • Konsistenz, Vollständigkeit über semantische Relationen
  • Versionierung, Konfigurationsmanagement, Verfolgung von Änderungen
  • Verschmelzen (Merging) nach Änderungen
  • Änderungsmanagement der Werkzeuge, des Systems

2.3 Management von Editionen

  • Konsistente, vollständige Konfigurationen (Projektionen aus dem Repository)

2.4 Schnittstellen zu eingebetteten Werkzeugen

  • Aufruf von Werkzeugen (auch animierten Experimenten)
  • Übergabe von Befehlsfolgen („Skripten“) zur Ausführung
  • Aufzeichnung der freien Interaktion, Rückgabe in das Repository
  • Rückgabe von Ergebnissen in das Repository zur Lernermodellierung

 
Last updated: $Date: 2004/04/29 09:32:42 $